Projekt für Klimaschutz und biologische Vielfalt in Feuchtlebensräumen in Naturparken: Erneuerung von Stauanlagen im FFH-Gebiet Hundewiesen
Gemeinsam aktiv für mehr Wasserrückhalt und Moorschutz im brandenburgischen Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) Hundewiesen im Natur- und Sternenpark Westhavelland.
Können wir Moorboden auch mit angepasster landwirtschaftlicher Nutzung erhalten?
Profitiert die an feuchte Lebensräume angepasste Tier- und Pflanzenwelt davon?
Was können wir als Gemeinschaft dazu beitragen, dass dieser Spagat in der praktischen Umsetzung funktioniert?
In enger Abstimmung von Flächeneigentümern, Bewirtschaftern, Behörden, Wasser- und Bodenverbänden und einem Fachbüro für Hydrologie soll dieses Projekt beispielhaft zeigen, dass es gelingen kann.
Basierend auf der „Machbarkeitsstudie zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes im FFH-Gebiet Hundewiesen (LfU 2020) wurden bereits im Jahr 2022 erste Vorgespräche zu einem solchen Vorhaben mit einem Bewirtschafter in diesem Gebiet, der Ackerbau-GmbH Stechow, geführt. Zu diesem Zeitpunkt war die Finanzierung noch nicht geklärt. Erst mit dem bundesweiten „Projekt für Klimaschutz und biologische Vielfalt in Feuchtlebensräumen in Naturparken“ des Dachverbandes Deutscher Naturparke e. V. (VDN e. V.) bot sich die Chance, die erforderlichen finanziellen Mittel für das Vorhaben zu beantragen.
Der VDN e. V. und das Unternehmen Kaufland gemeinsam mit seinem Projektpartner Coca-Cola Europacific Partner DE unterstützten in den Jahren 2023 bis 2025 die Umsetzung von Klimaschutz- und Biodiversitätsprojekten in Naturparken.
Unter dem Motto „Damit die Hundewiesen nicht vor die Hunde gehen“ stellte der Natur- und Sternenpark Westhavelland beim VDN e. V. einen Antrag auf finanzielle Unterstützung für die Reparatur zweier Stauanlagen im FFH-Gebiet Hundewiesen.
Nach erfolgreicher Mittelbewilligung startete das Vorhaben mit einem Online-Auftakttreffen am 20.12.2023 und einem Termin vor Ort im April 2024.
Die Aufgaben wurden unter den Projektbeteiligten gerecht verteilt:
Die Prozesskoordination übernahm die Verwaltung des Natur- und Sternenparks Westhavelland.
Der Landwirtschaftsbetrieb finanzierte die Installation von zwei Grundwassermessstellen und das hydrologische Begleitmonitoring für das Jahr 2025.
Für die Ausführung der Instandsetzungsarbeiten konnte der Wasser- und Bodenverband Großer Havelländischer Hauptkanal – Havelkanal – Havelseen gewonnen werden, nachdem die erste Baufirma den Auftrag nicht annahm.
Bei einem weiteren Ortstermin mit einer Vertreterin des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) e. V. -Landesbüros Brandenburg-Berlin konnten mit dem Landwirtschaftsbetrieb Möglichkeiten zur Förderung von Moorbodenschutzmaßnahmen bzw. Wasserrückhalt erörtert werden, um auch nach Projektumsetzung die moorschonende Bewirtschaftung der Fläche langfristig zu sichern.
Im Februar 2025 wurden vom hydrologischen Planungsbüro IHU Geologie und Analytik GmbH (Niederlassung Goldberg) zwei Grundwasserpegel installiert und mit sogenannten Datenloggern zur Aufzeichnung der Grund- und Oberflächenwasserstände versehen.
Für die Staureparatur ein geeignetes Zeitfenster zu finden, gestaltete sich schwierig. Im November 2025 wurden die Arbeiten schließlich umgesetzt.
Beide Stauanlagen funktionieren wieder und können das anströmende Winterwasser in den angrenzenden Flächen lange zurückhalten. Der Landwirtschaftsbetrieb hat Agrarförderung, mit Aussicht auf Genehmigung, für die spätere Nutzung der Flächen beantragt.
2026 wird der mit der unteren Wasserbehörde (uWB) des Landkreises Havellandes abgestimmte Probestau von der IHU in Zusammenarbeit mit der Naturparkverwaltung kontrolliert und dokumentiert. Am Jahresende werden die Einstauhöhen für das Teilgebiet abgeleitet und den zuständigen Behörden mitgeteilt.
Unser besonderer Dank gilt dem VDN e. V. sowie seinen Projektpartnern Kaufland und Coca-Cola Europacific Partner DE für die Finanzierung der Maßnahme und allen Mitwirkenden vor Ort für ihr fortwährendes Engagement. Dazu zählen:
die Ackerbau-GmbH Stechow,
der Wasser- und Bodenverband Großer Havelländischer Hauptkanal – Havelkanal – Havelseen,
der Wasser- und Bodenverband Untere Havel – Brandenburger Havel,
die IHUGeologie und Analytik / Gesellschaft für Ingenieur- Hydro- und Umweltgeologie mbH (Niederlassung Goldberg) und
das Landesbüro Berlin – Brandenburg des DVL e.V..
Moorbodenerhalt, Kohlenstoffbindung, Klimaschutz – die Reparatur zweier defekter Stauanlagen trägt in Zeiten zunehmender Trockenheit langfristig dazu bei, Wasser in Teilflächen eines bedeutsamen FFH-Gebietes zu speichern. Wasserrückhalt in bewirtschafteten Flächen umzusetzen, bedarf eines kommunikativen Prozesses, der Offenheit und Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung voraussetzt. Im konstruktiven Miteinander wurden die Hürden und Herausforderungen in der Projektlaufzeit gemeinsam gemeistert.
Gebiet
- Naturpark Westhavelland
Meldung vom 14.09.2026
