Sehenswertes im Naturpark

Brielow

Alte Bäume sind zu jeder Zeit ein Blickfang, spielten lange Zeit eine mystische Rolle und sind außerdem ein bedeutender, zunehmend rar werdender Lebensraum. Auf dem Friedhof der Gemeinde Brielow steht ein weithin bekannter Baum, die etwa 500 Jahre alte Schwedenlinde. Sie ist nachgewiesen der dickste Baum des Landes Brandenburg. Der Stammumfang beträgt am Boden fast 13 Meter. Durch das Gewicht der Krone ist der kurze Stamm seit vielen Jahren gespalten. Der Sage nach ließ eine schwedische Gräfin, die Braut eines im Dreißigjährigen Krieg gefallenen hohen schwedischen Offiziers, diesen unter der markanten Linde beisetzen, um das Grab immer wieder finden zu können. Danach erhielt der eigentümliche Baum auch seinen Namen.

Pritzerbe

Pritzerbe, im Süden des Naturparks gelegen, bezeichnet sich selbst als Tor zum Naturpark Westhavelland. Als eine der ältesten Havelstätte (über 1050 Jahre) direkt am Havelufer gelegen gibt es viel Sehenswertes, wie beispielsweise die Stadtkirche, die Havelfähre zum Ortsteil Kützkow oder die Havelpromenade. Besonders lohnenswert ist ein Besuch der am Stadtrand gelegenen Rohrweberei, die heute ein Museum enthält und über ein attraktives Außengelände mit einem Schilferlebnissteg verfügt.

Premnitz

Die "Stadt voller Energie" liegt direkt an der Havel. Das Stadtzentrum wurde neu gestaltet, ebenso die  Havelpromenade. Im Industriepark siedeln sich Unternehmen an, Wohnungen werden saniert, Straßen wiederhergestellt und den Bürgern und Gästen viel Interessantes geboten. Die beschilderten Routen in den Kiefern- und Mischwäldern um den Dachsberg laden zu Wanderungen zu Fuß und mit dem Rad ein.

Weitere Höhepunkte sind der Pfad der Skulpturen im Zentrum der Stadt, der Premnitzer See oder das Freizeitzentrum Fit-Point. Vom alten Premnitz sind entlang der Hauptstraße noch einige Bürgerhäuser aus dem 19. Jahrhundert sowie die 1858 im neuromanischen Stil errichtete evangelische Kirche erhalten. Wahrzeichen der Stadt ist die Steinbogenbrücke, eine ehemalige Eisenbahnbrücke zwischen Pulverfabrik beziehungsweise Chemiefaserwerk und Havel.

Milow

Am Zusammenfluss von Havel und Stremme gelegen, wurde Milow im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Das Tal, in dem heute die Stremme fließt, wurde einmal von der Elbe genutzt, bevor der Strom seinen Lauf nach Nordwesten verlagerte.

Sehenswert sind die im Ort vorhandenen Kirchen. Im Norden steht die 1695 errichtete Fachwerkkirche. Die weiter im Süden liegende Leopoldskirche gehörte zum einst eigenständigen Ort Leopoldsburg, der im 18 Jahrhundert gegründet wurde. Sie wurde 1999 rekonstruiert und in eine Filiale der Sparkasse umgewandelt.

In Milow befindet die einzige Jugendherberge im Naturpark. Das Gebäude wurde 1882 als Sommerresidenz für Carl Bolle errichtet, der später als Milchbolle in Berlin bekannt wurde. Im Mai 2010 eröffnet die Jugendherberge "Carl Bolle" nach einer vollständigen Sanierung ihre Türen für Schulklassen, Familien und jeden, der die reizvolle Umgebung Milows und das Westhavelland entdecken möchte.

Natürlich locken auch das nahegelegene Potsdam und die Bundeshauptstadt Berlin mit einem Besuch. In Milow hat das Informationszentrum des Naturparks seinen Sitz.

NaturparkZentrum Westhavelland

Rathenow

Gut für den Durchblick

Die Stadt Rathenow verdankt ihren Ruf als Stadt der Optik dem Pfarrer Johann Heinrich August Duncker. Die von ihm entwickelte Schleifmaschine zur rationellen Fertigung von Brillengläsern und Mikroskoptechnik bereitete die Massenproduktion optischer Gläser vor und verhalf damit erstmals breiten Bevölkerungsschichten besseren Durchblick zu erschwinglichen Preisen. Die Geschichte der Optik kann man im Optik- und Industriemuseum nachvollziehen.

Bei einem Aufenthalt in Rathenow ist außerdem  ein Besuch der zu neuem Leben erwachten St. Marien - Andreas Kirche, des Kurfürstendenkmals am Schleusenplatz, des Bismarckturm auf dem Weinberg oder des Optikparks zu empfehlen. Die Kreisstadt des Landkreises Havelland ist auch ein beliebter Ausgangspunkt für eine Schiffsfahrt auf der Unteren Havel mit ihrer einzigartigen Schönheit.

Nennhausen

Der Nusswinkel ist eine abwechslungsreichen Landschaft mit langgestreckten Bodenerhebungen, üppiger Vegetation und mittendrin das erstmals 1304 erwähnte Dorf Nennhausen.

Hier findet der Besucher die 1613 erbaute Kirche mit einem Alabasterrelief des Magdeburger Bildhauers Christoph Dehne oder den Degen des Dichters Friedrich de la Motte Fouquè. Einst geistiges Zentrum der Mark Brandenburg, entstand hier der Liedertext "Auf zum fröhlichen Jagen" und das Kunstmärchen "Undine".

Das 1737 erbaute Schloss mit seinem weitläufigen Schlosspark ist ein beliebtes Ausflugsziel. Der Schlosspark von Nennhausen findet seine erste schriftliche Erwähnung durch Philipp August Friedrich Wilhelm von Briest im Jahr 1780.

Parey

Parey war bis vor wenigen Jahrzehnten eines der storchenreichsten Dörfer Brandenburgs. Heute brüten meist drei Storchenpaare nahe der Naturparkverwaltung, die in dem ehemaligen Fischerdorf ihren Verwaltungssitz hat.

Die Mitarbeiter der Naturwacht des Stützpunktes Nord stehen hier als kompetente Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Kleßen

Der kleine Ort Kleßen, in der Nähe des gleichnamigen Sees gelegen, gehörte einst den Grafen von Bredow, nach Fontane ein urmärkisches Geschlecht, die den Ort maßgeblich geprägt haben. Das Herrenhaus wurde 1723 als Dreiflügelanlage erbaut und 1858 klassizistisch überformt. Von 1993 bis 1999 wurde es restauriert. Auf dem zugehörigen Wirtschaftshof steht ein Wasserturm. Umgeben wird dieses Denkmal vom "Märkischen Gutsgarten", einer Gartenwelt, märkisch und englisch zugleich. Sie ergänzt das Herrenhaus harmonisch durch die hohen alten Bäume und eine Blütenfülle in den verschiedenen Gartenräumen. Zum Gutshausensemble gehört ein Spielzeugmuseum, in dessen Räumen herausragende Beispiele der deutschen Spielzeugindustrie aus den vergangenen zwei Jahrhunderten gezeigt werden. Sehenswert ist auch die Dorfkirche, ursprünglich ein Fachwerkbau aus dem Jahr 1698. Die Kirche wurde 1913 grundlegend erneuert und als Putzbau ausgeführt.

Stölln

Wie der große Vogelzug den Naturpark prägt, so ist die Geschichte der Rhinower und Stöllner Berge mit Otto Lilienthal verbunden. Mit über 250 Flügen, die große Weite der Urstromlandschaft vor Augen, erfüllte Otto Lilienthal hier den uralten Menschheitstraum – der Mensch kann fliegen.

Heute ist der Gollenberg bei Stölln ein attraktives Ausflugsziel für viele Besucher. So erinnert ein Gedenkstein an den ersten Flieger, steht am ältesten Flugplatz der Welt die "Lady Agnes", ein ausgemustertes Passagierflugzeug vom Typ IL 62, in dem ein Museum und ein Standesamt untergebracht sind. Eine Ausstellung zur Lehre der Flugtechnik Otto Lilienthals wird im Lilienthal-Centrum in der Alten Brennerei gezeigt. Sie vermittelt den positiven, spielerischen Blick Lilienthals auf die Welt als freies Betätigungsfeld, in dem man mit Energie, Intelligenz und Ausdauer seine Träume verwirklichen kann.

Großderschau

Das heutige Bruchdorf Großderschau wurde im Zuge der Trockenlegung und Besiedlung des Rhinluchs und Dossebruchs 1775 unter dem Namen Friedrichsdorf gegründet. Großderschau war nur eine der zahlreichen Kolonien, die zum neuen Dorf gehörten. Den Namen legte der Königlich-Preußische Amtsrat Claudius in Neustadt/Dosse fest. 1951 wurde der Ortsname in Großderschau geändert.  

Die Besonderheit Großderschaus wie der anderen Kolonistendörfer liegt in ihrer systematischen Besiedlung mit Kolonisten aus der Pfalz, Holland und Mecklenburg auf Grundlage von Planungen Friedrichs des Großen. Der König überzeugte sich auch persönlich vom Fortschritt der Kolonisierung, wie man bei Fontane nachlesen kann.  

Besonders sehenswert sind der Kolonistenhof Großderschau, der Straußenhof sowie die Kirche, die zwischen 1780 bis 1785 auf Befehl Friedrichs des Großen für die Bewohner von neun Kolonistendörfern errichtet wurde. Deswegen wurde sie mit 700 Sitzplätzen ungewöhnlich groß angelegt.

Neustadt/Dosse

Stadt der Pferde

Neustadt gehört zu den Städten, deren Namen es über 20 mal in Deutschland gibt. Dieses Neustadt liegt an der Dosse und wird seit über 200 Jahren Stadt der Pferde genannt.

Der Preußische König Friedrich-Wilhelm II. knüpfte an die pferdzüchterischen Traditionen, die durch den Prinzen von Homburg begründet wurden, an und gründete hier in Neustadt 1768 bis 1788 das nach ihm benannte Gestüt, das heutige Hauptgestüt. Parallel dazu entstand das Gestüt Lindenau, das spätere Landgestüt.  

Dieses Zentrum der märkischen Pferdezucht hat bis heute seinen guten Namen behalten. Die jeweiligen, barocken, schlossartigen Hauptgebäude sowie die weiträumigen, großzügig angelegten Anlagen mit Wohn-, Stall- und Wirtschaftsgebäuden laden zur Besichtigung ein. Baumalleen verbinden die Einrichtungen, die wie die vielen Reit- und Spazierwege rund um Neustadt nicht nur den Pferdefreund erfreuen.  

Anziehungspunkte sind alljährlich die an drei Sonntagen im September/Oktober stattfindenden "Neustädter Pferdetage", die seit 1926 als anspruchsvolle Leistungsschauen stets Höhepunkte sind.

Kampehl

Der am 6. März 1651 geborene Sohn der Gemeinde Kampehl (heute Ortsteil von Neustadt/Dosse), Ritter Christian-Friedrich von Kahlbutz, ist noch immer im Anbau der Dorfkirche zu sehen. Im Jahre 1690 fand gegen den Ritter ein Mordprozess statt, in dem er sich als Feudalherr mit einem Reinigungseid freisprach. Am 3. November 1702 starb er im Alter von 52 Jahren. Als man 94 Jahre nach seinem Tode, im Jahre 1792 den Gruftanbau wegen Renovierungsarbeiten öffnete, fand der neue Besitzer neben zwei verwesten Leichen die Mumie des "Ritter Kahlbutz".

So entstand die Sage vom Kahlbutz, der vor Gericht gesagt haben soll: "... wenn er der Mörder dennoch gewesen sein soll, so wolle er nicht verwesen!" Seit nunmehr über 100 Jahren gehört die Mumie des Kahlbutz zu den Besuchermagneten des Dorfes. Im Gruftanbau der Wehrkirche erhält der Besucher ausführliche Informationen zum Ritter.