World Ranger Day 2022: Im Einsatz für Diversität und Vielfalt in den Nationalen Naturlandschaften

Jedes Jahr am 31. Juli werden die Arbeit und das Engagement der Ranger*innen weltweit geehrt. Sie setzen sich als Botschafter*innen unserer Schutzgebiete persönlich ein und stehen für die Diversität der Schutzgebiete, die Diversität ihrer Aufgaben und die Diversität ihrer Persönlichkeiten. Mit dem Erhalt der biologischen Vielfalt tragen sie zur Bewahrung unseres Naturerbes bei. Auch in den 140 Nationalen Naturlandschaften in Deutschland ist ihre Arbeit unersetzlich.

Über 700 Ranger*innen gibt es in den Nationalparken, Biosphärenreservaten, Wildnisgebieten und Naturparken. Ihre Aufgaben sind so vielfältig und unterschiedlich wie die verschiedenen Gebiete: Als Ansprechpartner*innen für Besuchende verstehen sie es, Groß und Klein in die Geheimnisse der Natur einzuweihen. So sind Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung wesentliche Bestandteile der Arbeit von Ranger*innen in den deutschen Großschutzgebieten. Darüber hinaus nehmen sie viele andere Aufgaben wahr: Dazu gehören die Gebietskontrolle mit der Überwachung von Schutzbestimmungen und deren Einhaltung, die Erfüllung wichtiger Aufgaben für die Forschung, beispielsweise durch Monitoring und Datenerfassung, oder die Umsetzung von Projekten zum Arten- und Biotopschutz, indem sie Pflegearbeiten und Maßnahmen zum Artenschutz durchführen

Diversität im Fokus – bei Mensch und Natur Rangerin

Milena Kreiling aus dem Nationalpark Unteres Odertal freut sich, dass es mittlerweile in diesem ursprünglich von Männern dominierten Beruf immer mehr Frauen gibt, weil die Akzeptanz damit stetig wächst. Die Motivation, als Ranger*in zu arbeiten, ist ebenso vielfältig wie deren Aufgaben. Als neue Ranger*innen Stellen ausgeschrieben wurden, hat sich Roland Ledermüller – vorher u. a. als Geschäftsführer des Naturparks Fichtelgebirge tätig – gleich beworben und sich damit einen Kindheitstraum erfüllt. Die Nationalen Naturlandschaften sind – neben dem Erlebnis- und Erholungsraum für uns Menschen – vor allem Lebensraum verschiedener Pflanzen- und Tierarten, die es zu schützen und zu erhalten gilt. Ranger*innen stehen da vor vielen Herausforderungen: „Was uns im Moment ganz große Sorgen bereitet, ist natürlich der Klimawandel. Als Mittler zwischen Mensch und Natur können wir Bildung vorantreiben und Wissen vermitteln. Und das wird in Zukunft extrem wichtig, um die Herausforderungen von Klimawandel und Artenschwund und den Erhalt der Natur sicherzustellen.“ sagt Roland Ledermüller.

Wunsch nach mehr Anerkennung und besserer Ausstattung

Auch was die Ausstattung und Finanzierung angeht, gibt es Forderungen und Wünsche: „Für eine bessere Arbeit wäre es wichtig, den Beruf besser anzuerkennen oder die Finanzierung dafür besser geklärt zu haben.“ stellt Milena Kreiling fest. Und ergänzt: „Auch die kontinuierlichen Weiterentwicklungsmöglichkeiten bezüglich Artenkenntnis ist immens wichtig, wenn man wie wir täglich draußen ist.“ Warum der Schutz und Erhalt der Artenvielfalt so wichtig ist, erklärt Ranger Markus Großewinkelmann von der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer: „Wir brauchen sie für uns. Das Ökosystem als Großes und Ganzes – als Uhrwerk – funktioniert nur, wenn alle Zahnräder ineinandergreifen.“ Da sich die Ranger*innen in Zusammenarbeit mit den Schutzgebietsverwaltungen Lösungen für die teilweise hochkomplexen Themen überlegen müssen, stehen sie immer wieder vor anspruchsvollen Aufgaben. Eine bessere und verlässlich planbare Bezahlung, Ausstattung und Anerkennung könnten da vieles verbessern.

Nationale Naturlandschaften: Mehr als Lebens- und Erlebnisräume

Es gibt einen weiteren, direkten Nutzen für uns Menschen: Die Großschutzgebiete sind seit der Pandemie für die Bevölkerung und für den Tourismus – u. a. als erreichbarer Erholungs- und Erlebnisraum unweit des eigenen Zuhauses – sehr viel wichtiger geworden. Diese Orte, die frei vom Lärm der Stadt sind, in der man frische Luft atmet und in der man einfach die Natur beobachten oder sich in ihr bewegen kann, dienen der Erholung und Gesundheit. Damit das so bleibt, damit die Natur Natur sein kann und der Mensch sich in ihr achtsam bewegt, ist die Arbeit und Präsenz der Ranger*innen in den Schutzgebieten unverzichtbar. Konstruktive Wege einer sinnvollen Besucherlenkung und die Sensibilisierung von Besuchenden sind dauerhaft notwendig. Laut Studien ist das Naturbewusstsein in den letzten Jahren gestiegen. Es wird viel davon geredet, wie wichtig es ist, die Vielfalt auf unserem Planeten zu erhalten. Daher sollten vor allem die Stimmen von denjenigen gehört werden, die sich mit den wesentlichen Problemen auskennen und dafür sorgen, dass wir auch morgen noch eine intakte Umwelt haben: Unsere Ranger*innen.

In diesem Video haben wir ihnen heute – anlässlich des World Ranger Day 2022 – eine Stimme gegeben: https://youtu.be/gt1P_IXvC0I

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Website der NNL:

https://nationale-naturlandschaften.de/ranger-in-den-nationalen-naturlandschaften

Naturwacht:

https://www.bundesverband-naturwacht.de/

Flyer (PDF) der NNL:

https://nationale-naturlandschaften.de/wp-content/blogs.dir/29/files/2020/09/Rangerflyer_Auflage_1.pdf

 

Pressmiteilung vom 28. Juli 2022

Gebiet

  • Naturpark Westhavelland

Meldung vom 28.07.2022