Krötenzaun

Es wird Frühling – auch wenn man es in den letzten Tagen bei einem Blick aus dem Fenster kaum glauben mag. Aber beim Blick auf den Kalender kribbelt es den Rangern der Naturwacht Brandenburg im Naturpark Westhavelland in den Fingern: wenn das Wetter milder werden sollte, haben es die Amphibien mitunter ganz schnell ganz eilig. Und dann sollte der Froschzaun stehen.

Um nicht von der Amphibienwanderung überrumpelt zu werden, wurde am Freitag vorletzter Woche mit Traktor und Pflug entlang der Straße eine Furche gezogen. Dies war die Voraussetzung, um am Montag und Dienstag den Krötenzaun – korrekt natürlich den Amphibienschutzzaun – zwischen Hohennauen und Parey auf zu stellen, auf einer Länge von 1,7 km. Unterstützt wurden die Ranger dabei von einem Mitarbeiter und zwei Bufdis der Naturparkverwaltung, sowie einer FÖJ-lerin des NABU Westhavelland. Aus der Zentrale der Naturwacht aus Potsdam ließ es sich der Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit Johannes Müller, nicht nehmen, am Montag ebenfalls vor Ort zu sein, um, nachdem er seiner wichtigsten Aufgabe, der fotografischen Dokumentation der Arbeit der Ranger, nachgekommen war, ebenfalls mit Hand anzulegen. Einige Meter Zaun gehen also auf sein Konto.

Am Mittwoch wurden die letzten Eimer eingegraben. Sobald der Zaun steht, muss er auch täglich kontrolliert werden: der Anfang war bescheiden: jeweils 4 Amphibien an den beiden ersten Tagen, nachdem der Zaun stand. Aber inzwischen gab es auch schon Tage mit 40 Individuen, vor allem Wasserfrösche und auch schon einzelne Erd- und Knoblauchkröten.

Die große Wanderung beginnt, wenn bei feuchter Witterung die Temperaturen milder werden. Der Zaun ist aufgebaut, die Eimer stehen bereit und die darin vor der Straße abgefangenen Tiere werden sicher auf die andere Straßenseite gebracht, nicht nur zum Schutz der Tiere, sondern auch zur Sicherheit motorisierter Verkehrsteilnehmer. Im vergangenen Jahr wurden fast 1700 Amphibien zuerst aus den Eimern geholt, bestimmt, registriert und dann sicher auf die andere Straßenseite gebracht.

Pressemeldung Naturwacht Westhavelland (Sabine Clausner) vom 06. März 2019

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Meldung vom 11.03.2019