Natur 2000 Schutzgebiete im Naturpark Westhavelland

Schutzgebiete für Lebensräume und Arten

Der Naturpark ist in großen Bereichen Landschaftsschutzgebiet (LSG). Besonders repräsentative Gebiete mit ihren Pflanzen, Tieren und Biotopen sind als Naturschutzgebiete (NSG) ausgewiesen und im Netz der europäischen Schutzgebiete NATURA 2000 verankert. NATURA 2000 umfasst Schutzgebiete der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) und Vogelschutzgebiete (SPA).

 

 

Landschaftsschutzgebiet Westhavelland

Das Landschaftsschutzgebiet Westhavelland hat eine Größe von rund 136 071 Hektar. Es umfaßt die Untere Havelniederung, das Rhinower Ländchen, das Friesacker Ländchen, das Nennhausener Ländchen, den Zootzen, das Untere Rhinluch, das Havelländische Luch, die westliche Nauener Platte und die Beetzseekette.

Mit der Schutzgebietsausweisung sollen der Naturhaushalt und das Landschaftsbild  dieser Landschaft langfristig erhalten, entwickelt und wieder hergestellt werden. Der Landschaftraum hat eine besondere Bedeutung  für die naturverträgliche und naturorientierte Erholung unter anderem im Einzugsbereich von Berlin und Brandenburg.

101.700 ha der Fläche des Landschaftsschutzgebietes liegen im Naturpark.

Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Westhavelland"

Naturschutzgebiete

Buckower See und Luch

Das Naturschutzgebiet Buckower See und Luch ist seit 1998 unter Schutz gestellt. Der Flachwassersee mit seinen Verlandungszonen bildet das Kernstück des Schutzgebietes. An den See grenzen extensive Feuchtwiesen, Moorgebüsche, Erlenwälder und in den Randlagen Trockenrasen. Die reichhaltigen Strukturen des Gebietes bieten zahlreichen gefährdeten und bestandsbedrohten Tier- und Pflanzenarten Rückzugs- und Reproduktionsraum.

Verordnung über das Naturschutzgebiet „Buckower See und Luch

Bagower Bruch

Das Bagower Bruch ist seit 1997 als Naturschutzgebiet festgesetzt. Geschützt wird der Bagower Bruchsee mit den angrenzenden  Feuchtflächen und naturnahen Laubwaldbereichen als Lebensraum für zahlreiche bestandsbedrohte Vogelarten, Amphibien, Fischen und Wirbellosen.

Verordnung über das Naturschutzgebiet „Bagower Bruch“

Friesacker Zootzen

Das seit 1961 bestehende Naturschutzgebiet Friesacker Zootzen, nördlich der Stadt Friesack, liegt im Grenzbereich zwischen dem Oberen und Unteren Rhinluch. Die Schutzwürdigkeit des Gebietes begründet sich auf den naturnahen Bestand des Stieleichen-Hainbuchenwaldes, der in den Luchgebieten nur noch sehr selten zu finden ist. Schützenswert sind darüber hinaus die Brutvorkommen zahlreicher Vogelarten der Laubwälder, wie Greifvögel, Spechte und Singvögel.

Görner See

Das Naturschutzgebiet Görner See ist seit 1996 unter Schutz gestellt. Der Schutzzweck ist die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Standort seltener, in ihrem Bestand bedrohter Pflanzengesellschaften, insbesondere der an den Ufern befindlichen, breiten Röhrichtgürtel, Bruchwaldgesellschaften, grundwassernahen Erlen-, Eschen-, Stieleichen- und Hainbuchenwaldgesellschaften sowie Feuchtwiesen. Der Görner See mit seinen Uferbereichen ist Reproduktions-und Nahrungsraum für Lurche, Reptilien, darunter die Europäische Sumpfschildkröte und hat Bedeutung als Brut-, Nahrungs- und Rastgebiet für zahlreiche Vogelarten.

Verordnung über das Naturschutzgebiet „Görner See“

Gollenberg

Der Gollenberg, eine markante Stauchmoräne, bewachsen mit der typischen Heide- und Waldvegetation trocken-warmer Standorte, ist seit 1995 Naturschutzgebiet. Gelegen zwischen den Ortslagen Stölln und Neuwerder ist der Gollenberg mit 109,2 m die höchste Erhebung des Ländchens Rhinow und bietet einen hervorragenden Blick auf die Luchgebiete des Rhins. Er ist bekannt durch die an seinen Hängen durchgeführten Flugversuche des deutschen Flugpioniers und Ingenieurs Otto Lilienthal (1848 - 1896). Zu dieser Zeit war der Berg, wie die übrigen Erhebungen im Umland weitgehend unbewaldet.

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Gollenberg"

Gülper See

Das NSG Gülper See, zwischen den Ortschaften, Rhinow, Prietzen, Gülpe und Strodehne, umfasst das vollständig durch Deiche begrenzte Gebiet des Gülper Sees mit seinen Verlandungsbereichen. Der Gülper See ist ein großer nährstoffreicher Flachwassersee mit einer freien Wasserfläche von 2 mal 3 Kilometern Ausdehnung und einer mittleren Tiefe von 1,5 Meter. Der Schutz des Gebietes dient der Erhaltung eines national und international bedeutendes Flachwasser- und Niederungsgebietes in der Stromaue der Unteren Havelniederung und damit dem Schutz eines ungewöhnliche Arten- und Individuenreichtums der Flora und Fauna. Besonders hervorzuheben sind die sehr selten vorkommenden, fast vollständigen Serien von Flachmoorverlandungen mit zahlreichen floristischen Seltenheiten. Der See ist bedeutsam als Rast-, Brut- und Nahrungsraum zahlreicher existenzbedrohter bzw. vom Aussterben bedrohter Sumpf- und Wasservögel.

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Gülper See"

Gräninger See

Das Naturschutzgebiet Gräninger See ist bereits seit 1967 geschützt. Geprägt wird das Gebiet durch den See mit seiner breiten Verlandungszone und weiten, durch Feucht- und Naßwiesen gekennzeichneten Niedermoorflächen. Besonders hervorzuheben ist die natürliche Sukzession des Ufersaumes mit den angrenzenden Erlenbrüchen und die Bedeutung des Gebietes als Nahrungs- und Bruthabitat für zahlreiche Sumpf- und Wasservogelarten.

Großes Fenn  

Das 1995 festgesetzte Naturschutzgebiet Großes Fenn liegt westlich der Ortslage Böhne, zwischen dem Pappert und den Kattenbergen. Das Große Fenn ist ein aus einem Toteisloch entstandenes Moorgebiet. Die vorhandenen Moorstadien erstrecken sich vom Niedermoor über Zwischenmoor bis zum Hochmoor. Auf den höhergelegenen Randbereichen des Fenns wächst Kiefern- und Mischwald. Das Fenn beheimatet seltene, wildwachsende Pflanzen der Moorgesellschaften wie z.B. Wollgras, und Moosbeere. Es ist ein wichtiges Rückzugsgebiet für gefährdete Tierarten. Besonderer Schutz gilt hierbei den Schmetterlingen, Lurchen und Kriechtieren sowie den Groß-, Wiesen- und Wasservögel.

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Großes Fenn"

Grünauer Fenn    

Das seit 1995 festgesetzte Naturschutzgebiet "Grünauer Fenn", südlich der Kreisstadt Rathenow, ist ein Feuchtgebiet mit Röhricht, Weidengebüschen, Erlenbruchwald und Trockenrasenflächen. Im Fenn, das stark durch die umliegenden Siedlungsflächen beeinflußt wird, findet man noch einen breitgefächerten Artenreichtum. Eine besondere Bedeutung hat das Gebiet als Lebensraum für gefährdete Amphibien und Reptilen.

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Grünauer Fenn"

Mögeliner Luch    

Das Mögeliner Luch ist seit 1998 als Naturschutzgebiet gesichert. Der Schutz des Gebietes gilt der Erhaltung und Entwicklung von Erlenbruchwaldkomplexen, Torfstichen, Seggensümpfen, Röhrichten und Feuchtgrünländereien. Es stellt in seiner Komplexizität einen wichtigen Lebensraum für an Wasser gebundene Arten wie Lurche und Kriechtiere aber auch für Sing- und Großvögel dar.

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Mögeliner Luch"

Möweninsel-Buhnenwerder    

Die Möweninsel liegt im Nordostteil des Beetzsees und wurde bereits 1930 wegen ihrer reichen und bemerkenswerten Vogelfauna zum Naturschutzgebiet erklärt. Der Schutz des Gebietes dient der Erhaltung extensiv genutzter Grünlandbereiche im Wechsel mit Röhrichten, Gebüsch- und Baumbestockungen als Brut- und Lebensraum für zahlreiche Vogelarten, in einem durch den Tourismus stark geprägten Gebiet.

Puhlsee    

Das seit 1997 bestehende Naturschutzgebiet Puhlsee liegt nordöstlich von Steckelsdorf. Es ist geprägt durch einen naturnahen Erlenbruchwald mit ausgedehnten Schilfbeständen, einem Flachwassersee mit verschiedensten Verlandungsstadien sowie extensiv genutzten Feuchtwiesen. Dem Gebiet kommt als Rückzugs- und Reproduktionsraum zahlreicher typischer, seltener und bedrohter Tier- und Pflanzenarten eine wichtige Aufgabe zu.

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Puhlsee"

Pritzerber Laake    

Bereits 1972 wurde ein Teil des größten geschlossenen Erlenbruchwaldkomplexes im westlichen Brandenburg, mit eingestreuten Feuchtgrünländereien und Kleingewässern, unter Schutz gestellt. Das Gebiet zeichnet sich durch ein großes Artenspektrum und durch eine große Palette an intakten Lebensräumen aus. Nicht zuletzt durch die Unzugänglichkeit der Laake bedingt, konnte sich eine wenig vom Menschen beeinflusste Landschaft mit vom Aussterben bedrohten Pflanzen- und Tierarten erhalten. Seit Beginn der 90er Jahre gibt es Bemühungen das Gebiet zu erweitern.

Riesenbruch    

Das Naturschutzgebiet Riesenbruch wurde 2003 festgesetzt. Es liegt nordöstlich der Stadt Rathenow. Der seit 1961 geschützte Teil des Gebietes, gekennzeichnet mit Traubeneichen-Mischwaldbeständen, die Relikte der natürlichen Vegetation des westlichen Havellandes darstellen, ist Bestandteil des jetzigen Naturschutzgebietes. Die Erweiterungsflächen beziehen reich strukturierte Biotope des ehemaligen Truppenübungsplatzes und eine extensiv genutzte Wiese ein. Großflächig ist der Bereich in ein großes Kiefernwaldgebiet eingebettet. Der Schutz gilt der Biotopvielfalt trockener, offener Gebiete, den unterschiedlichen Stadien der Waldentwicklung sowie den an diese unterschiedlichen Lebensräumen gebundenen Arten.

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Riesenbruch"

Rodewaldsches Luch    

Das südöstlich von Rathenow gelegene Rodewaldsches Luch ist seit 1997 als Naturschutzgebiet gesichert. Die erste Unterschutzstellung erfolgte bereits 1937. Das Gebiet wird geprägt durch mehr als 60 ehemalige Torfstiche mit unterschiedlichen Verlandungsstadien, Großseggenvegetation sowie verschiedenen grundwassernahen Waldformationen. Die Pflanzenwelt ist sehr reichhaltig. Das Luch stellt einen bemerkenswerten Lebensraum für Lurche und Reptilien aber auch für zahlreiche Vogelarten dar.

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Rodewaldsches Luch"

Trittsee-Bruchbach    

Das NSG Trittsee-Bruchbach ist seit 1997 unter Schutz gestellt. Geprägt wird das Gebiet durch zwei Seen, die über ein Fließgewässer miteinander verbunden sind. Seen und Fließ, innerhalb einer großen Abflussrinne gelegen, sind von Erlenbruchwäldern unterschiedlicher Breite umgeben. Auf den höheren Flächen wechseln Niedermoor und Erlenbrüche. Flora und Fauna repräsentieren an Wasser und Sumpf gebundene Arten.

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Trittsee-Bruchbach"

Prämer Berge  

Das NSG Prämer Berge, nördlich der Stadt Friesack gelegen, ist bereits seit 1967 als Naturschutzgebiet gesichert. Das Gebiet umfasst einen aus Dünensand bestehenden kleinen Höhenzug im weiten Niederungsgebiet des vom Rhin durchflossenen unteren Rhinluches. Der Schutz des Gebietes dient der Erhaltung naturnaher Eichenwald- und Trockenrasengesellschaften auf Dünenstandorten.

Teufelsberg    

Das NSG Teuelsberg liegt westlich der Ortslage Landin am Großen Havelländischen Hauptkanal. Schutzwürdig ist das Gebiet aufgrund der vorkommenden Schwalbenwurz-Eichentrockengehölze und der artenreichen Trockenrasengesellschaften. Der Teufelsberg, der mit 27 Meter die ihn umgebende Niederung überragt, ist auf halber Höhe mit vorgeschichtlichen Wallanlagen umgeben. Hier wurden Hockergräber und slawische Funde entdeckt.

Untere Havel Nord    

Das 2004 festgesetzte Naturschutzgebiet Untere Havel Nord liegt in der weiträumigen Niederungslandschaft des Unterlaufes der Havel, die während der Weichselvereisung entstanden ist. Das Gebiet umfasst den Brandenburgischen Teil der Unteren Havelniederung nördlich von Rathenow und erstreckt sich nördlich der Stadt Rathenow bis zur Mündung der Alten Dosse. Eingeschlossen sind neben dem Flußlauf der Havel mit seinen Mäandern und Altarmen Niederungsflächen, wie die Große Grabenniederung und einzelne, höhergelegene, trockene Talsandstandorte, die inselartig aus der Niederung herausragen. Die hydrologische Situation der Unteren Havel Nord macht die Stromaue und ihre Niederungen zu einem einmaligen Feuchtgebiet. Als Brutgebiet für vom Aussterben bedrohte Wiesenvogelarten, sowie Rast-, Nahrungs- und Überwinterungsgebiet für nordische Stelz-, Wat- und Wasservogelarten hat das Gebiet eine herausragende Bedeutung im mitteleuropäischen Raum.

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Untere Havel Nord"

Untere Havel Süd  

Das 2009 unter Schutz gestellte Naturschutzgebiet Untere Havel Süd ist 3.933 Hektar groß und umfasst den Brandenburgischen Teil der Unteren Havelniederung südlich der Stadt Rathenow bis Pritzerbe. Beeindruckend ist besonders der Vogelreichtum. Als Brut- oder Rastgebiet für Wat- und Wasservögel hat sie deutschlandweit Bedeutung. Zusammen mit dem Naturschutzgebiet "Untere Havel Nord" besitzt es diesen Stellenwert für das Binnenland Zentralmitteleuropas. Höcker-, Sing- und Zwergschwäne sowie zehntausende nordische Gänse und Kraniche rasten auf dem Weg zu oder von ihren Brutplätzen in Skandinavien alljährlich in der Havelniederung. Seltene Arten wie Rohrdommel, Roter und Schwarzer Milan, Seeadler, Kranich, Kampfläufer, Wachtelkönig und Trauerseeschwalbe, Eisvogel und Neuntöter finden hier Schutz und Nahrung zur Aufzucht ihrer Jungen. Auch für Biber und Fischotter, für Kreuzkröte, Moorfrosch und Ringelnatter ist dies ein lukrativer Lebensraum. Die Nass- und Feuchtwiesen der Niederungen beherbergen einen Insektenreichtum, der die Lebensgrundlage für viele weite Arten bildet.

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Untere Havel Süd"

Vogelschutzgebiete (SPA)

 Im Naturpark befinden sich vier Vogelschutzgebiete. Sie umfassen die großräumigen Niederungsgebiete der Unteren Havelniederung, des Rhinluchs und des Havelländischen Luches. Hier sind besonders die Gewässer mit ihren Uferzonen, Überschwemmungs- und Feuchtgrünlandgebieten, Mooren, aber teilweise auch größere Ackerbaugebieten, wie v.a. im Rhin-Havelluch, vertreten. Von besonderer Bedeutung sind besonders die hier noch vorhandenen Restpopulationen der Großtrappe sowie weiterer Wiesenbrüter, wie Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Rotschenkel und Kiebitz. Daneben kommen hier in großer Zahl anspruchsvolle Brutvögel der Gewässer und Röhrichte, wie z. B. die Große und Kleine Rohrdommel, verschiedene Entenarten, Rot- und Schwarz-halstaucher, vor. Unter den Großvogelarten sind die teilweise großen Bestände von Seeadler, Fischadler, Schwarzstorch, Weißstorch und Kranich hervorzuheben. Neben einer sehr artenreichen Brutvogelfauna kommt den Gebieten auch in Bezug auf die Rast-vögel und Wintergäste eine herausragende Bedeutung zu. Sehr zahlreich sind im Winterhalbjahr nordische Gänse, Enten, Watvögel sowie weitere Wasservögel, aber auch Greifvogelarten vertre-ten, die hier oft mehrere Wochen oder Monate rasten oder überwintern.

Flora-Faune-Habitat Gebiete (FFH)

Im Naturpark sind 26 FFH Gebiete ausgwiesen, deren Flächenzuschnitt identisch mit den Grenzen der  nationalen Schutzgebiete ist. Die mit Abstand größte Fläche weist das FFH-Gebiet „Niederung der Unteren Havel/Gülper See" mit knapp 4.450 Hektar auf.  Die größeren FFH-Gebiete umfassen die Niederungen mit Fließ- und Stillgewässern, Niedermooren und Feuchtgrünlandkomplexen. Hier gibt es große Überschneidungsbereiche mit den Vogelschutzgebieten. Einige mittelgroße FFH-Gebiete, wie „Pritzerber Laake", „Friesacker Zootzen"  und "Rodwaldsches Luch" umfassen auch größere Waldgebiete.

 

Die Managementpläne für die 26 FFH Gebiete und 4 Vogelschutzgebiete im Naturpark werden in der Rubrik Fachplanung vorgestellt.